Abkürzung durch die Berge

Nachdem wir die Hauptstadt hinter uns gelassen haben fahren wir über die Hafenstadt Durres Richtung Berat. Am Abend erreichen wir dann einen Campingplatz kurz vor der Stadt. Am nächsten Morgen besichtigen wir die Stadt am Fluss Osum. Sie ist bekannt als Stadt der tausend Fenster.

Wir fahren weiter den Fluss hinauf der sich langsam in einen richtigen Canyon verwandelt. Unterwegs machen wir noch einen kleinen Abstecher zur osmanischen Steinbrücke Ura e Kasabashit in der Nähe von Corovoda.

Wir wollen weiter in den Süden nach Gjirokastra und folgen deshalb der Straße entlang des Canyon. Die Straße ist in der Karte zwar relativ dünn eingezeichnet- wie Straßen die wir bereits gefahren sind. Die Alternative wäre zurück nach Berat und von dort etwas westlich in den Süden zu fahren- ein Vielfaches länger als die ca. 20 km durch die Berge. Im Nachhinein hätte uns die Tatsache, dass die Einheimischen hier nur noch mit Geländewagen unterwegs waren, verdächtig vorkommen sollen. Mehrfach überlegen wir doch umzudrehen und sind aber irgendwann an dem Punkt „jetzt haben wir fast schon die Hälfte…“ Der Transporter schlägt sich erstaunlich gut und wir quälen uns den Berg hinauf. Die Landschaft ist beeindruckend. Wird es sandig oder schlammig hilft nur Geschwindigkeit mit der Hoffnung, dass das Wasserloch nicht zu tief ist. Nach fast drei Stunden haben wir den größten Teil der Strecke geschafft und finden einen schönen Platz zum Übernachten.

Am nächsten Morgen fahren wir die letzten Kilometer durchs Gelände und dann weiter nach Gjirokastra. Die Stadt am Berg beeindruckt mit der historischen Altstadt die seit 2005 zum UNESCO Welterbe zählt. Oben am Berg eine Burg mit der obligatorischen Ausstellung alter Kriegsmaschinerie, inklusive einem Trainingsflugzeug der US Air Force das 1957 in Albanien zur Landung gezwungen wurde.

Auf der Fahrt zurück an die Küste sehen wir noch einmal wunderschöne Landschaft.

Kepi i Rodonit

In der früh fahren wir nochmal von Koman an den Anleger der Fähre und versuchen unser Glück noch einmal. Diesmal ist sogar ein Schiff da, aber es fährt anscheinend nicht. Auch für eine Runde mit dem Canadier ist es definitiv zu windig. Wir geben auf und fahren zurück.

Die Reise geht weiter, wieder nach Westen zum Kepi i Rodonit.

Koman

Wir verlassen die Stadt und fahren nach Osten in die Albanischen Alpen. Dort liegt der Koman Stausee. Der Staudamm wurde von 1980 bis 1988 gebaut und staut den Fluss Drin auf eine Länge von 34km. Wir hatten geplant dort zu paddeln bzw. mit der Autofähre nach Fierza zu fahren. Paddeln klappte wegen extrem starken Wind nicht und die Fahrt nach Fierza ging nicht weil die Fähre erst ab Mitte April unterwegs ist.

Nachdem die Fahrt nach Koman sehr holprig war und wir die Strecke im Dunkeln nicht zurück fahren wollten sind wir für eine Nacht in den Bergen geblieben. Wir haben bei Marcos „Camping Natur“ übernachtet- sehr freundlich und herzlich.

Shkodra

Die Stadt Shkodra liegt im Norden von Albanien. Sie ist bekannt für die vielen Fahrräder- das können wir so bestätigen. Kreuz und quer fahren die Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger. Die ganze Stadt ist wie ein großes Flohmarkt. Wir fahren auf die Burg Rozufa- von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt und den nahen See.